Der Verein Chan Bern wurde im März 2013 gegründet. Er ist aus der Chan-Gruppe hervorgegangen. Zweimal jährlich finden Chan-Tage statt, um den Austausch zu buddhistischen Themen zu pflegen, unsere Kenntnisse durch Vorträge zu erweitern und die Aktivitäten zu besprechen.

Willkommen sind alle Praktizierenden. (Daten: siehe Jahresprogramm).

Der Verein verfolgt die folgenden Ziele:

  • Verbreitung des humanistischen Chan-Buddhismus nach Meister Sheng Yen im deutschsprachigen Raum,
  • Unterstützen des Chan-Zentrums Bern,
  • Organisieren von Retreats, Vorträgen, Ausbildungs-/Weiterbildungsveranstaltungen,
  • Austausch zwischen Chan-Praktizierenden,
  • Buchpublikationen,
  • Engagement für Mitmenschen und Mitwelt, sowie für den inner­buddhistischen und interreligiösen Dialog.

Als Präsidentin amtiert Hildi Thalmann.

Wenn Sie gerne mehr über den Verein und seine Tätigkeiten wissen oder Mitglied werden möchten, können Sie mit uns Kontakt aufnehmen ― wir werden uns bei Ihnen melden.

Januar Vier Einführungsabende Chan-Meditation
Freitag 11., 18., 25. Januar und 01. Februar 2019 jeweils 19.00 bis 21.00 Uhr

Übungswochenende
Sa/So 26./27. Januar 2019 Sa 14-21 Uhr So 8-16 Uhr

Februar Vortrag: Žarko Andričević im Haus der Religionen
Fr 22. Februar 2019

7 Tage Chan Meditation Retreat „Stilles Gewahrsein“ mit Žarko Andričević, Dharma Erbe von Meister Sheng Yen
Sa 23. Februar – Sa 2. März

März / April
Chan-Tag
So 18. März 2019 10 – 16 Uhr

Übungstag
So, 24. März 2019, 9-18 Uhr

Chan Einführung II Fünf Einführungsabende Chan-Meditation
Freitag 29. März, 5., 12., 26. April und 3. Mai 2019
jeweils 19.00 bis 21.00 Uhr

Mai / Juni 5 thematische Meditationsabende
Freitag, 24. Mai, 7., 14., 21. und 28. Juni 2019

Drei-Tage-Chan-Retreat mit Hildi Thalmann (Chang She), Chan-Lehrerin in der Tradition von Meister Sheng Yen
Fr, 8. Juni 08 Uhr, bis So, 10. Juni, 16 Uhr

Kinderprogramm
Sonntag, 16. Juni von 10 bis 11.30 Uhr

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August Vortrag: Ehrwürdige Chang Wu Fashi im Haus der Religionen
So 25. August 2019

7 Tage Chan Retreat mit der Ehrwürdigen Chang Wu Fashi. Äbtissin des Dharma Drum Vancouver Centre.
Mo 26. August – Mo 2. September 2019

September Chan-Tag
So. 22. September 2019

Chan-Meditations-Retreat „Wege zu Chan“ mit Hildi Thalmann (Chang She), Chan-Lehrerin in der Tradition von Meister Sheng Yen
Sa 28. September – Do 3. Oktober 2019

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Oktober Fünf thematische Meditationsabende
Freitag, 18., 25. Oktober, 1., 8. und 15. November 2019 jeweils 19 bis 21 Uhr
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November / Dezember Vier Einführungsabende Chan-Meditation Einführung I
Mi, 20., 27. November, 4., 11. Dezember

Kinderprogramm
Sonntag, 24. November 10 bis 11.30 Uhr

Übungswochenende
Sa/So 30. November / 1. Dezember 2019 Sa 14-21 Uhr So 8-16 Uhr

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Das Jahresprogramm 2020

Als pdf zum herunterladen

Daten & Zeit Meditation
jeden Dienstag 06:00 bis 07:30 Diese Meditationen können jede halbe Stunde begonnen oder unterbrochen werden.
jeden Mittwoch 18:00 bis 19:00 Entspannung und zur Ruhe finden.
Nach den Herausforderungen des Tages gönnen wir uns eine Stunde, um zu uns selber zu finden. Wir führen einige ruhige und sanfte Körper­übungen durch und sitzen anschliessend eine halbe Stunde in Stille.
jeden Donnerstag 06:00 bis 07:30 Diese Meditationen können jede halbe Stunde begonnen oder unterbrochen werden.
jeden Samstag 06:00 bis 08:30 Yogaübungen, Meditation, Morgenzeremonie und rituelles Reis-Frühstück.
jeden Samstag
09:00 bis 10:00 und 10:00 bis 11:00
Meditation und Yogaübungen.

Die Meditation kann zu den angegebenen Zeiten begonnen/unterbrochen werden.

Sonntagabende 19:30 bis 21:30

jeden 2. und 4. Sonntag im Monat

2019:   10.11., 24.11., 8.12., 22.12.

2020: 12.1., 26.1., 9.2., 23.2., 22.3., 12.4., 26.4., 10.5., 24.5., 14.6., 28.6., 23.8., 6.9., 20.9., 11.10., 25.10., 8.11., 22.11., 13.12.

3 Sitzperioden, anschliessend Austausch über einen kurzen Text. Diese Meditationen können jede halbe Stunde begonnen oder unterbrochen werden.
November / Dezember

Vier Einführungsabende Chan Meditation
Mittwoch, 21. und 28. November, 5. und 12. Dezember 2018 jeweils 19.00 bis 21.00 Uhr

Das Chan-Zentrum Bern verfügt über eine kleine Bibliothek zu folgenden Themen:

  • Buddhismus
  • Philosophie / Religionen Ostasiens (ausser Buddhismus)
  • Religionen Indiens (ausser Buddhismus)
  • Christentum
  • Islam
  • Israelitische Religion und Judentum
  • Andere Religionen
  • Neue Religionen und Weltanschauungen
  • Allgemeines und vergleichende Religionswissenschaft

Der Schwerpunkt liegt auf Buddhismus, speziell Zen und Chan. Zu den Büchern von Meister Sheng Yen finden sich unten auf der Seite Kurzzusammenfassungen.


Die Bücher können jeweils samstags zwischen 11 und 12 Uhr sowie nach Absprache ausgeliehen werden. Melden Sie sich dazu bei Hildi Thalmann.

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Art. 1 Name Unter der Bezeichnung „Chan Bern“ besteht ein Verein im Sinne von Art. 60 ff. ZGB mit Sitz in Bern.

Art. 2 Zweck Verbreitung des humanistischen Chan-Buddhismus nach Meister Sheng Yen im deutschsprachigen Raum, Unterstützen des Chan-Zentrums Bern, Organisieren von Retreats, Vorträgen, Ausbildungs-/Weiterbildungsveranstaltungen, Austausch zwischen Chan-Praktizierenden, Buchpublikationen, Engagement für Mitmenschen und Mitwelt, sowie für den innerbuddhistischen und interreligiösen Dialog.

Art. 3 Mitgliedschaft Mitglieder können Einzelpersonen werden, welche den Vereinszweck anerkennen und zu fördern bereit sind. Die Aufnahme erfolgt durch den Vorstand, gestützt auf eine schriftliche Beitrittserklärung. Der Vorstand kann eine Aufnahme zurückstellen, wenn ihm die hierzu notwendigen Voraussetzungen für eine Mitgliedschaft nicht gegeben erscheinen. Die Mitgliedschaft erlischt durch Austritt, Ausschluss oder Tod. Der Austritt kann jederzeit schriftlich erklärt werden, unter Einhaltung einer dreimonatigen Kündigungsfrist. Der Ausschluss kann durch Vorstandsbeschluss wegen Zuwiderhandlung gegen Statuten und Vereinsbeschlüsse, wegen grober Zuwiderhandlung gegen die Vereinszwecke sowie wegen Nichtbezahlung der Beiträge erfolgen. Er muss von der Mitgliederversammlung bestätigt werden.

Art. 4 Organe Die Organe des Vereins sind die Mitgliederversammlung und der Vorstand.

Art. 4.1 Mitgliederversammlung Die Mitgliederversammlung tagt einmal jährlich. Jedes Mitglied hat eine Stimme. Die einfache Mehrheit der anwesenden Mitglieder entscheidet. Bei Stimmengleichheit entscheidet die Vorstandspräsidentin*.

Aufgaben der Mitgliederversammlung (MV):

a) Wahl der Präsidentin und der weiteren Mitglieder des Vorstandes,

b) Genehmigung der Statuten und Statutenänderungen,

c) Genehmigung des vom Vorstand vorgeschlagenen Mitgliederbeitrags,

d) Abnahme der Jahresrechnung,

e) Behandlung von Anträgen des Vorstandes und der Mitglieder,

f) Auflösung des Vereins, g) Bestätigung des Ausschlusses von Mitgliedern.

Art. 4.2 Vorstand Er besteht aus der Präsidentin und mindestens einem weiteren Mitglied. Der Vorstand konstituiert sich selbst. Die Vorstandsmitglieder werden auf ein Jahr gewählt und arbeiten ehrenamtlich.

Aufgaben des Vorstands: Der Vorstand vertritt den Verein nach aussen und vollzieht die Beschlüsse der MV. Er erledigt die laufenden Geschäfte des Vereins. Der Vorstand erfüllt den Vereinszweck. Er hat insbesondere folgende Aufgaben:

a) Organisieren von Retreats und Vorträgen,

b) Organisieren von Ausbildungs-/Weiterbildungsveranstaltungen,

c) Förderung des Austausches zwischen Chan-Praktizierenden,

d) Unterstützen von Buchpublikation, v.a. deutsche Übersetzungen von Werken Meister Sheng Yens und weiterer Chan-Lehrerinnen, * In der weiblichen Form sind immer beide Geschlechter eingeschlossen.

e) Kontaktnahme und Zusammenarbeit mit anderen Organisationen ähnlicher Zielsetzung,

f) Bestimmen einer Revisorin der Jahresrechnung. Der Vorstand kann diese oder weitere Aufgaben delegieren.

Art. 5 Vereinsvermögen

Art 5.1 Allgemein Die Mittel des Vereins bestehen aus:

a) Mitgliederbeiträgen,

b) Erträgen aus Veranstaltungen und Publikationen,

c) Zuwendungen. Damit sind die laufenden Kosten für Veranstaltungen und Buchpublikationen zu decken. Der Verein operiert selbsttragend. Er führt eine eigene Rechnung.

Art 5.2 Mitgliederbeiträge Einzelmitglieder: CHF 30 pro Jahr Lebenslange Mitgliedschaft: CHF 300 Für die Verpflichtungen des Vereins haftet ausschliesslich das Vereinsvermögen. Eine persönliche Haftung der Mitglieder ist ausgeschlossen.

Art. 6 Auflösung Der Verein „Chan Bern“ kann sich mit 2/3-Mehrheit der Mitglieder auflösen. Die Mitgliederversammlung bestimmt über die Verwendung des Vereinsvermögens.

Inkraftgesetzt: Bern, 24. März 2013

Statuten des Vereins Chan Bern Download

Auszug aus der Übersetzung eines 1977 geschriebenen Artikels von Meister Sheng Yen.

1. Stadium: Körper und Geist ausbalancieren, um mentale und physische Gesundheit zu erlangen

Wir zeigen und korrigieren die Haltungen des Körpers im Gehen, Stehen, Sitzen und Liegen. Gleichzeitig lehren wir verschiedene Methoden körperlicher Übungen. Es sind einzigartige Methoden, welche indisches Hatha Yoga und chinesisches Tao-Yin verbinden und welche sowohl körperliche Gesundheit als auch gute Resultate in der Meditation bringen können. So wird jemand, der Chan mit guten Resultaten praktiziert, bestimmt einen starken Körper haben, der fähig ist, Härte zu ertragen. Im Geist vermindern wir Ungeduld, Argwohn, Ängstlichkeit, Furcht und Frustration, um einen Zustand von Selbst-Vertrauen, Entschiedenheit, Optimismus, Frieden und Stabilität zu erreichen. Nach fünf bis zehn Lektionen wird ein guter Schüler das erste Stadium erreichen und fähig sein, in den oben erwähnten Bereichen Fortschritte zu machen (…).

In der ersten Lektion jeder Klasse frage ich die Studierenden immer einzeln, aus welchem Grund sie Chan lernen möchten, ob sie hofften, körperlich zu profitieren oder Hilfe für den Geist erwarten. Die Antworten zeigen, dass Letzteres häufiger ist. Das zeigt, dass westliche Menschen in der gegenwärtigen Umgebung extremem Druck ausgesetzt sind und dass viele ihre mentale Ausgeglichenheit verloren haben. Einige sind so verspannt, dass sie zum Psychiater gehen müssen (…).

Die Methode des ersten Stadiums ist sehr einfach. Sie verlangt vor allem, alle Muskeln und Nerven des ganzen Körpers zu entspannen und die Aufmerksamkeit auf die gerade gelernte Methode zu richten. Weil die Spannung Ihrer Muskeln und Nerven mit der Aktivität des Gehirns zusammenhängt, ist dies der Schlüssel, um die Belastung Ihres Gehirns zu reduzieren. Wenn Ihre wandernden Gedanken und Illusionen abnehmen, wird Ihr Gehirn allmählich etwas ruhiger. Da sein Blutbedarf reduziert ist, wird mehr Blut durch den ganzen Körper zirkulieren. Derweil entspannen sich wegen der Entspannung des Gehirns auch alle Muskeln; so werden die Blutgefässe weiter, Sie fühlen sich überaus wohl, Ihr Geist ist frisch und regsam und Ihre mentalen Antworten werden natürlicherweise leichter und lebhafter.

Wenn unser Ziel lediglich ist, physisches und mentales Gleichgewicht zu erreichen und nicht die eigentliche Meditation zu lernen, wird man wahrscheinlich empfinden, dass es genügt, das erste Stadium zu absolvieren; doch viele Studenten sind damit nicht zufrieden und einige streben von Beginn an nach dem Ziel des zweiten Stadiums.

2. Stadium: Vom Gefühl des kleinen „Ich“ zum grossen „Ich“

Das erste Stadium hilft, die Konzentration auf unseren verwirrten Geist zu lenken; aber wenn Sie Geistes-Sammlung üben, erscheinen immer neue zerstreute Gedanken in Ihrem Geist – manchmal viele, manchmal wenige. Das Ziel Ihrer Chan-Praxis ist ein mentaler und physischer Gewinn. In diesem Stadium sind Ihre Konzepte selbst-zentriert. Es geht nicht um philosophische Ideale und religiöse Erfahrung. Wenn Sie das zweite Stadium erreichen, werden Sie fähig, sich von der engen Sicht des „Ich“ zu befreien. Im zweiten Stadium treten Sie in das Stadium der Meditation ein. Wenn Sie gemäss der Methode Ihres Lehrers praktizieren, werden Sie die Perspektive des kleinen „Ich“ erweitern, bis es mit Zeit und Raum übereinstimmt. Das kleine „Ich“ wird eins mit dem ganzen Universum, formt mit ihm eine Einheit. Wenn Sie nach innen sehen, ist die Tiefe ohne Begrenzung; wenn Sie nach aussen blicken, ist die Weite grenzenlos. Da Sie sich mit dem Universum verbunden haben und mit ihm eins geworden sind, existiert die Welt Ihres eigenen Körpers und Geistes nicht mehr. Es existiert das Universum, das in Tiefe und Weite unbegrenzt ist. Sie selber sind nicht nur ein Teil des Universums, Sie sind sein Ganzes.

Wenn Sie diese Erfahrung in Ihrer Sitz-Meditation erreichen, werden Sie verstehen, was in der (buddhistischen) Philosophie mit Prinzip oder grundlegender Natur gemeint ist und was die Existenz von Phänomenen ist. Alle Phänomene sind die fliessende Oberfläche oder die wahrnehmbare Schicht der grundlegenden Natur. Aus einer oberflächlichen Sichtweise zeigen die Phänomene unzählige Varianten und eine jede hat verschiedene Charakteristika; in Wirklichkeit behindern die Unterschiede zwischen den Phänomenen die Ganzheit der grundlegenden Natur nicht. Zum Beispiel gibt es auf dem Planeten, auf dem wir leben, unzählige Arten von Tieren, Pflanzen, Mineralien, Dämpfen, Flüssigkeiten und festen Stoffen, die unaufhörlich entstehen, sich verändern und vergehen. Sie bilden die Phänomene dieser Erde. Von einem anderen Planeten aus gesehen ist die Erde jedoch nur ein einziger Körper. Wenn wir Gelegenheit haben, uns von den Fesseln des Selbst oder der subjektiven Sichtweise zu befreien, den objektiven Standpunkt des Ganzen einzunehmen und alle Phänomene als zusammenhängend zu betrachten, können wir entgegengesetzte und sich widersprechende Sichtweisen fallen lassen. Nehmen Sie zum Beispiel einen Baum. Aus der Sichtweise des einzelnen Blattes oder eines Zweiges gibt es Unterschiede zwischen ihnen und sie können sich aneinander reiben. Aus der Sichtweise der Stammes und der Wurzeln gehören alle Teile ohne Ausnahme zum einen, vereinten Ganzen.

Im Laufe des zweiten Stadiums werden Sie realisieren, dass Sie nicht nur eine unabhängige individuelle Existenz haben, sondern auch eine universale Existenz, zusammen mit diesem unbegrenzt tiefen und weiten Kosmos, und daher existiert die Gegenüberstellung zwischen Ihnen und Ihrer Umwelt nicht mehr. Unzufriedenheit, Hass, Liebe, Verlangen – in andern Worten die Bereitschaft, zurückzuweisen und zu ergreifen, verschwindet ganz natürlich und Sie empfinden ein Gefühl von Ruhe und Befriedigung. Weil Sie das selbst-süchtige kleine „Ich“ losgelassen haben, sind Sie fähig, alle Menschen und alle Dinge so zu sehen, als ob sie aus Ihrer eigenen Natur entstandene Phänomene wären und so werden Sie alle Menschen und Dinge auf die gleiche Art lieben, wie Sie Ihr kleines „Ich“ geliebt und behütet haben (…).

3. Vom grossen „Ich“ zum „Nicht-Selbst“

Auf der Höhe des zweiten Stadiums realisiert man, dass das Konzept des „Ich“ nicht mehr existiert. Doch hat man nur das kleine „Ich“ verlassen und das Konzept der grundlegenden Natur oder der Existenz Gottes nicht negiert. Sie können es Wahrheit nennen, das Eine oder Gott, der Allmächtige, das unveränderliche Prinzip oder sogar Buddha. Wenn Sie es als real denken, dann sind Sie noch immer im Bereich des grossen „Ich“ und haben die Sphäre der Philosophie und Religion nicht verlassen.

Ich muss betonen, dass der Gehalt von Chan erst im dritten Stadium erscheint. Chan ist unvorstellbar. Es ist weder ein Konzept noch ein Gefühl. Es ist unmöglich, Chan in abstrakten oder konkreten Begriffen zu beschreiben. Obwohl Meditation normalerweise der richtige Weg zu Chan ist, wenn Sie am Tor von Chan angelangt sind, wird sogar die Meditation nutzlos. Es ist, wie wenn Sie auf einer langen Reise unterschiedliche Transportmittel verwenden. An der Endstation angekommen, finden Sie eine steile Klippe direkt vor sich. Sie ist so hoch, dass Sie die Spitze nicht sehen können und so breit, dass Sie die Ränder nicht finden. Nun kommt eine Person von der anderen Seite der Klippe, um Ihnen zu sagen, dass auf der anderen Seite die Welt von Chan liegt. Wenn Sie die Klippe überwinden, werden Sie Chan erreichen. Und die Person sagt Ihnen, dass Sie sich auf kein Transportmittel verlassen sollen, um darüber zu fliegen, sie zu umgehen oder zu durchdringen, weil die Klippe die Unbegrenztheit selbst ist, und es keinen Weg gibt, sie zu überwinden.

Auch ein hervorragender Chan-Meister, der den Schüler bis hierher bringen konnte, kann ihm jetzt nicht mehr helfen. Obwohl er auf der andern Seite war, kann er Sie nicht mitnehmen, genauso wie das Speisen und Trinken einer Mutter den Hunger des Kindes, das selber zu essen und zu trinken verweigert, nicht stillt. Jetzt besteht die einzige Hilfe, die er Ihnen geben kann, darin, Sie anzuweisen, all Ihre Erfahrung, Ihr Wissen und alle Dinge und Ideen, die Sie als verlässlich, wunderbar und wirklich ansehen, einschliesslich Ihrer Hoffnung, die Welt von Chan zu erreichen, fallen zu lassen. Es ist, als ob Sie in ein heiliges Gebäude eintreten möchten. Zuvor sagt Ihnen die Wache, dass Sie keine Waffe tragen dürfen, dass Sie alle Kleider ausziehen sollen und dass Sie nicht nur völlig nackt sein müssen, sondern auch Ihren Körper und Ihre Seele zurücklassen müssen. Dann können Sie eintreten.

Weil Chan eine Welt ist, in der kein Selbst existiert, ist es unmöglich, mit Chan übereinzustimmen, wenn es noch ein Anhaften in Ihrem Geist gibt. Daher ist Chan das Gebiet der Weisen und der Mutigen. Wenn man nicht weise ist, kann man nicht glauben, dass eine andere Welt vor uns erscheint, nachdem man alles Anhaften abgelegt hat. Wenn man nicht mutig ist, wird man es sehr hart finden, alles loszulassen, das man in diesem Leben angesammelt hat – Ideen und Wissen, spirituelle und materielle Dinge.

Wenn Sie erfahren, dass Phänomene unreal sind, sind Sie befreit vom Konzept selbst und andere, richtig und falsch und Sie werden frei sein von den Geistestrübungen der Gier, des Hasses, der Sorgen und des Stolzes. Sie werden nicht nach Frieden und Reinheit suchen müssen, und Sie werden üble Geistestrübungen und Unreinheit nicht verabscheuen müssen. Auch wenn Sie in der Welt der phänomenalen Realität leben, wird Ihnen jede Umgebung als das Reine Land Buddhas erscheinen. Für nicht erwachte Personen sind Sie eine gewöhnliche Person. Für Sie sind alle gewöhnlichen Menschen identisch mit Buddha. Sie werden Ihre eigene Selbst-Natur als mit derjenigen Buddhas identisch empfinden und die Eigen-Natur Buddhas als universell in Zeit und Raum. Sie werden spontan Ihre Weisheit und Ihren Reichtum anwenden und allen Lebewesen überall in Zeit und Raum frei geben (…).

Eine soeben erwachte Person ist jedoch noch im Anfangsbereich von Chan. Sie ist wie jemand, der gerade seinen ersten Schluck Wein getrunken hat. Er weiss jetzt wie er schmeckt, aber der Wein wird nicht immer in seinem Mund bleiben. Die Absicht von Chan ist nicht, nur gerade einen Schluck zu nehmen, sondern ganz mit dem Wein zu verschmelzen und sich in ihm aufzulösen, bis Sie ihre Existenz und den Wein vergessen. Nachdem Sie den ersten Schluck von Selbst-Losigkeit geschluckt haben, wie weit müssen Sie dann noch reisen?

Welche Dinge bleiben noch zu entdecken?

Ich werde es Ihnen sagen, wenn ich dazu Gelegenheit habe.

Zunächst sollten Sie die geeignete Haltung zur Meditationspraxis einnehmen und dann eine geeignete Methode gebrauchen. Bevor Sie mit der Praxis beginnen, ist es wichtig, Körper und Geist zu entspannen. Doch sollten Sie vorsichtig sein, um nicht in eines der Extreme zu verfallen, noch verspannter zu werden oder so sehr zu entspannen, dass Sie einschlafen. Aus diesem Grund ist die mentale Einstellung wichtig.

Sagen Sie sich selbst, dass die Praxiszeit die beste Zeit des Tages ist. Diese kurze Zeit ist kostbar. Wenn Sie diese Einstellung haben, werden Sie weder verspannt noch schläfrig sein. Wenn die Meditation beschwerlich ist, wird es schwierig, dabei zu bleiben. Bevor Sie sich hinsetzen, sollten Sie sich daran erinnern, dass es ein Glück ist, dies tun zu können. Denken Sie an das Sitzen als eine Zeit der Entspannung und Freude. Lassen Sie alle Sorgen fallen.

Versichern Sie sich, dass Ihre Haltung (siehe unter Sitzpositionen) korrekt ist. Wenn Sie die Haltung eingenommen haben, vergessen Sie Ihren Körper, um ganz entspannen zu können. Beobachten Sie Ihren Geist, beobachten Sie, wohin er geht, aber folgen Sie ihm nicht. Wenn Sie den Gedanken folgen, werden Sie versuchen, sie zu kontrollieren. Sobald Sie realisieren, dass Sie den wandernden Gedanken gefolgt sind, verschwinden diese von selbst. Wenn Gedanken auftauchen, achten Sie auf den Atem. Wenn Ihr Geist klar ist, sitzen Sie einfach. Versichern Sie sich, dass Ihre Haltung noch korrekt ist.

(Frei übertragen nach Zen Wisdom von Meister Sheng Yen.)

Entspannung

Chan von Meister Chi Chern

Schliessen Sie die Augen, lehnen Sie sich auf Ihrem Sitz zurück und entspannen Sie Ihre Muskeln. Entspannen Sie die Augen vollständig. Entspannen Sie die Gesichtsmuskeln, die Schultern und Arme. Entspannen Sie den Bauchraum. Wenn Sie Ihr Körpergewicht fühlen, bringen Sie diese Empfindung hinunter auf Ihr Kissen. Denken Sie an nichts. Wenn Gedanken auftauchen, anerkennen Sie sie und bringen Sie Ihre Aufmerksamkeit auf das Ein- und Ausströmen des Atems durch die Nasen­öff­nun­gen. Konzentrieren Sie sich auf Ihre Praxis.

Diese Entspannung soll uns natürlich und klar werden lassen. Sie sollte nicht länger als drei bis zehn Minuten dauern, eventuell mehrmals täglich. Sie erfrischt Ihren Körper und Geist. Allmählich werden Körper und Geist stabil.

Sitzpositionen

Seit sehr langer Zeit werden sieben Punkte in der Sitzmeditation beachtet. Sie stabilisieren den Körper, damit Sie sich auf den Geist fokussieren können.

  1. Die Beine: Traditionell wird der volle oder halbe Lotussitz empfohlen. Jedoch ist es auch möglich, die Unterschenkel voreinander zu kreuzen oder auf einem Kissen oder Bänklein zu knien. Wenn physische Probleme dies erfordern, kann man auch auf einem Stuhl sitzen. Der Rücken sollte dabei aufgerichtet bleiben.
    Wählen Sie zu Beginn eine Position, die angenehm ist und während zwanzig Minuten aufrechterhalten werden kann.
  2. Die Wirbelsäule: Die Wirbelsäule muss aufgerichtet sein. Das Becken ist leicht nach vorn gekippt, das Kinn leicht angezogen. Der Körper sollte weder nach vorn noch nach hinten noch zur Seite geneigt sein.
  3. Die Hände: Die Hände formen das „Dharma-Reich-Samadhi-Mudra“ (die Geste der Einheit mit der Realität). Diese Handhaltung hilft, den Fluss der inneren Energien und den Körper mit der äusseren Welt zu harmonisieren. Die nicht aktive Hand liegt in der aktiven, die Daumen berühren sich leicht. Die Handkante liegt am Unterbauch und die Hände ruhen auf den Beinen.
  4. Die Schultern: Lassen Sie die Schultern nach unten fallen und entspannen Sie Arme und Hände.
  5. Die Zunge: Die Zungenspitze ist nach oben gebogen und berührt den Gaumen hinter der Zahnreihe. Das verhindert das Austrocknen des Mundes. Wenn zu viel Speichel auftritt, kann diese Stellung gelöst werden.
  6. Der Mund: Der Mund sollte geschlossen sein. Atmen Sie durch die Nase.
  7. Die Augen: Die Augen sollten leicht offen sein und in einem 45°-Winkel nach unten gerichtet. Schauen Sie nichts an. Die Augen zu schliessen, kann Schläfrigkeit oder visuelle Illusionen hervorrufen. Wenn sich die Augen jedoch sehr müde anfühlen, können sie für kurze Zeit geschlossen werden.

Der Atem

Atmen Sie natürlich, kontrollieren Sie den Atem nicht. Wir fokussieren uns auf den Atem, um den Geist zu konzentrieren. Das bedeutet, dass wir zusammen mit dem Atem den Geist regulieren.

Den Geist durch das Zählen des Atems regulieren

Den Geist zu regulieren bedeutet, ihn zu stabilisieren und konzentrieren. Eine grundlegende Methode ist, den Atem in sich wiederholenden Zyklen von zehn Atemzügen zu zählen. Beginnen Sie mit eins (in Gedanken, nicht laut), jedes Ausatmen zu zählen, die Aufmerksamkeit ganz auf dem Zählen. Wenn Sie bei zehn ankommen, beginnen Sie erneut. Beim Einatmen richten Sie die Aufmerksamkeit auf das Einströmen des Atems durch die Nase. Wenn wandernde Gedanken auftauchen, beachten Sie sie nicht und fahren mit Zählen fort. Wenn Sie vom Zählen wegdriften, starten Sie von neuem.

Meditation Meister Sheng Yen

Den Geist durch das Beobachten des Atems regulieren

Wenn nicht sehr viele wandernde Gedanken auftreten, können Sie das Zählen weglassen und den Atem beobachten. Richten Sie die Aufmerksamkeit auf die Nasenöffnung. Versuchen Sie nicht, den Atem zu kontrollieren. Wenn Sie feststellen, dass Gedanken Sie unterbrechen, kehren Sie einfach zur Methode zurück.

Allgemeine Hinweise

Obwohl die angegebenen Methoden einfach sind, ist es am besten, sie unter der Leitung eines Lehrers oder einer Lehrerin anzuwenden. Er oder sie kann Anfängerfehler korrigieren. Es ist sehr wichtig, dass Körper und Geist entspannt sind. Während der Meditation können gewisse Empfindungen und Phänomene auftreten. Es kann Schmerz, Muskelkater, Juckreiz, Wärme oder Kälte sein; das sind natürliche Reaktionen auf die Meditation, doch wenn Sie angespannt sind, können sie zu Hindernissen werden. Wenn Sie entspannt sind, werden Sie dadurch nicht gestört.

Beachten Sie:

Wenn der Geist anfänglich durch äussere Probleme belastet ist, ist es am besten, frühmorgens zu sitzen, bevor die Tagesprobleme auftreten. Allmählich kann die Zeit der Sitzmeditationen verlängert werden.

Die Meditationspraxis kann uns helfen, unser psychisches und geistiges Potenzial zu verwirklichen. Wir lernen und üben unseren Geist zu entspannen, zu fokussieren und zu klären. Dies wirkt sich auch positiv auf unseren Körper aus.

Vier Einführungsabende Chan-Meditation Jan./Feb. 2019
Die Einführung bietet Gelegenheit, sich mit der Form und dem Inhalt von Chan bekannt zu machen. An den vier Abenden wird schrittweise in die die Chan-Meditation eingeführt. Nach einem kurzen theoretischen Teil üben wir die Methode der Sitzmeditation, einfache Bewegungsübungen und das achtsame Sein im Schweigen. Die einfachen Rituale werden erklärt. Es ist empfohlen an mindestens drei Abenden teilzunehmen.

Daten: Freitag 11., 18., 25. Januar und 01. Februar 2019
jeweils 19.00 bis 21.00 Uhr
Ort: Meditationsraum im Haus Sein, Brunngasshalde 37, 3011 Bern
Kosten CHF 60, zu bezahlen am ersten Kursabend oder auf
PK 30-186096-6. Ermässigung auf Anfrage möglich.

Chan Einführung II: Fünf Einführungsabende Chan-Meditation März / April 2019
Die Einführung II ist die Weiterführung der Einführung I. Wir wiederholen die grundlegenden Meditations-Formen und lernen in fünf Abenden weiter Aspekt der Chan-Meditation wie „Stilles Gewahrsein“ und „huatou“ kennen. Jeder Abend hat einen kurzen theoretischen Teil, dann üben wir die Sitzmeditation, einfache Bewegungsübungen und das achtsame Sein im Schweigen.

Daten: Freitag 29. März, 05., 12., und 26. April und 03. Mai 2019
Freitag, jeweils 19.00 bis 21.00 Uhr
Ort: Meditationsraum von Chan Bern, Brunngasshalde 37, 3011 Bern
Kosten CHF 75, zu bezahlen am ersten Kursabend oder auf
PK 30-186096-6. Ermässigung auf Anfrage möglich.
Anmeldung bis 27. März: Hildi Thalmann
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Was hindert mich am Meditieren – was hindert mich beim Meditieren?

Wir wollen an diesen Meditationsabenden den Fragen zu den Hindernissen nachgehen, die uns davon abhalten zu meditieren oder die während der Sitz-Meditation auftauchen. Jeder Abend beinhaltet einen kurzen theoretischen Teil, dann üben wir in Sitzmeditation, mit einfachen Bewegungsabfolgen und in Achtsamkeit.

Daten: Freitag, 24. Mai, 7. und 14., 21. und 28. Juni 2019, jeweils 19 bis 21 Uhr

Ort: Meditationsraum von Chan Bern, Brunngasshalde 37, 3011 Bern

Kosten: CHF 75, zu bezahlen am ersten Kursabend oder auf PC 30-186096-6. Ermässigung auf Anfrage möglich.

Anmeldung: bis 20. Mai an: Hildi Thalmann (Chang She) info@chan-bern.ch

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